Wie getrennt zusammenleben? Zur Interobjektivität des Hauses

Ein Workshop der Forschergruppe CSG-II: „Cultural Theory and Its Genealogies“ im Exzellenzcluster TOPOI

Veranstaltet von Iris Därmann und Evke Rulffes 

Montag, der 16.07.2012

Die Verbindung von ökonomischen Themen (im Dreiklang von Erwerben, Bewahren, Gebrauchen) mit Fragen von Herrschafts- und Gemeinschaftsformen (Mann und Frau, Freie und Sklaven, Kinder, Freunde) und Erörterungen der räumlichen Struktur und Einrichtung des Hauses bilden neben der politischen Dimension des Oikos in seinem Verhältnis zur Polis den von den Altertumswissenschaften sorgfältig erforschen Themenkatalog der antiken Oikonomia-Literatur.

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Im engen Austausch mit den einschlägigen altertumswissenschaftlichen und archäologischen Untersuchungen zum Haus sucht der Workshop der Transformationsgeschichte des Hauses und der Hausliteratur (die von der Antike über die Frühe Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert und in die Gegenwart reicht) aus kulturwissenschaftlicher Perspektive gerecht zu werden. Dabei gilt es zum einen, solche Dinge, Praktiken und Figuren des Hauses in den Blick zu nehmen, die in der Haus-Forschung bislang mehr oder minder unterbestimmt geblieben sind. Zum anderen soll das von Bruno Latour in Analogie zum Husserlschen Begriff der “Intersubjektivität” entwickelte Konzept der “Interobjektivität” einen methodischen Einsatz dafür bieten, um dem Beitrag der Dinge, Quasi-Objekte und kulturellen Praktiken bei der Konstitution des Hauses und von häuslicher Sozialität Rechnung zu tragen.

Kurzum: Der Workshop möchte Ansätze zu einer Interobjektivitätsgeschichte des Hauses aus der Perspektive seiner marginalen und parasitären Bewohner (Sklaven, Gesinde, Kinder, Haustiere, Nachbarn, Gäste, Einbrecher, Hausgeister), mithilfe seiner Haushaltsgeräte, Handarbeiten, kulturellen Praktiken sowie anhand seiner Züchtigungsinstrumente und Strafpraktiken entwickeln.

Ein Reader mit einschlägigen Texten und kurze Impulsreferate sollen das Arbeitsgespräch strukturieren.

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Programm für Montag, den 16.07.2012

Hannoversche Straße 6, 10099 Berlin, Germany google maps / open street map
 
09:30
Die Frau als ‚Technitin‘ in Xenophons Oikonomikos
10:30
Türeinschlagen und Dachabdecken. Symbolische Formen von Angriffen gegen das Haus und deren Ahndung im antiken Griechenland
12:00
Hausbücher. Eine Genealogie
14:00
Das tönende Haus, oder: Ist häusliche Ordnung hörbar?
15:00
Haushalten lernen. Germershausens ‚Hausmutter‘ [1780]
16:30
Das Haus des Haushundes
17:30
Hausgeister

 




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