``Willkommen zur kleinen, lokalen Erz”hlung vom Schreiben in integrierten Schalt(k)reisen.'' So k–nnten die Begr¸þungsworte einer postmodernen Schreib/Lese-Maschine lauten, die sie an den sie einschaltenden Benutzer richtet. Die Maschine verlangt sofort weitere Entscheidungen: ``Wollen Sie die digitale (empfohlen) oder die analoge Variante lesen?'' Papier. ``Sollten Sie die digitale Version dennoch zu lesen w¸nschen (empfohlen!), so l”þt sie sich weltweit unter http://www.uni-koeln.de/~ahz19/RaumGewinn/RaumGewinn.html abrufen. Vielen Dank.''
Von jeher ist das Schreiben an ein Werkzeug gebunden. F¸r den
mesopotamischen Schilfgriffel, den sp”tmittelalterlichen G”nsekiel oder
die Stahlfeder samt Tintenfaþ gilt die oftmals miþachtete Wechselwirkung
zwischen Schreibwerkzeug und Textproduktion ebenso wie f¸r moderne
F¸llfederhalter oder Schreibmaschinen. ``Unser Schreibzeug arbeitet
mit an unseren Gedanken''
schrieb FRIEDRICH NIETZSCHE weitsichtig bereits im Februar
1882.
Be(ob)achtet wird
die Beeinflussung und Pr”gung durch Medien allgemein allerdings erst seit
MCLUHANS Understanding
Media.
Die Umw”lzung der Medienlandschaft
durch elektronische Medien und insbesondere die Universale Diskrete
Maschine
findet im Diskurs der Wissenschaften,
die sich mit Lesbarem besch”ftigen, mittlerweile fast zwangsl”ufig
wachsende Aufmerksamkeit.
Im Folgenden soll untersucht werden, inwieweit sich die Determinanten des
Schreibens unter dem Einfluþ von Wortprozessoren, universalen Maschinen
und Netzwerken ”ndern. Wie werden fortan Texte produziert? Wodurch
zeichnet sich Literatur aus, die nicht in einer abgeschlossenen
Schreibstube fern jeglicher Kommunikationsstrukturen entsteht?
Eingebunden in den klassischen Entstehungsprozess von
Verfassen/Verlegen/Ver–ffentlichen sieht sich der herk–mmliche Autor einem
neuen Mechanismus der Verbreitung von Texten durch verbundene Kan”le in
virtuellen Netzwelten gegen¸ber. Wer verfaþt die Texte nach dem
Verschwinden des alleinigen Autors?