Von Markus Krajewski
Paris, 31. Januar 1928.
Die Diskussion operiert mit essentiellen Kategorien: Schlaf, Liebe und Geschlechterdifferenz, dennoch steht im Mittelpunkt die Frage nach dem Stellenwert der Wirklichkeit. Ist das Wahrgenommene real, oder ist in diesem Fall der beischlafende Surrealist einer Simulation aufgesessen? Ist der erfolgreich simulierte Orgasmus gar Verrat? Oder eher eine künstlerische Leistung, die als solche zu würdigen wäre?
Bréton stellt präzise Fragen. Und die Diskutanden antworten, inwiefern die Frage nach der Authentizität des Ereignisses für sie Relevanz besitzt. Den Einen reichen die Eindrücke eines Beischlafs, einerlei ob sich ein Höhepunkt tatsächlich ereignet. Wenn den Anderen die Wirklichkeit des Ereigneten etwas bedeutet, woran erkennen sie dann - zu ihrem Ärger - eine Simulation?
Zunächst steht in Frage, ob Realität und Simulation als konkurrierende, sich ausschließende und strikt zu trennende Sphären anzusehen sind. Mitnichten, meint JEAN BAUDRILLARD, und erschließt mit seiner These vom Vormarsch der Trugbilder einen neuen Raum: die Hyperrealität.
Demnach "implodieren" Realität und Simulation zur Hyperrealität, woraufhin sich die der Simulation eigene Logik installiert. Die Hyperrealität entsteht durch die Aufhebung der Referenzen, die in der Wirklichkeit ankern, um die Differenz zwischen Schein und Sein zu löschen.[3] Der Ursache-Wirkungs-Konnex - allerdings auch der Baudrillardschen Argumentation - wird im Hyperrealen aufgelöst. Es gilt eine neue Logik, die eine komplexe Referenzvermischung nach sich zieht.
Woran lassen sich jedoch Simulationen mit Hilfe herkömmlicher Logik erkennen, wenn sie nicht unentwirrbar zu einer Realität höherer Ordnung postuliert werden? Gibt es Unterscheidungskriterien? Zur Realität? Zur Fiktion? Zur Mimesis? Was ist der Bezugspunkt, von dem aus unterschieden wird? Anders formuliert: wie kann man herausfinden, ob etwas ist, das so scheint als sei es?
Wie die Surrealisten: durch Analyse. Versteht es die leibhaftig zugegene Partnerin, Glaubwürdigkeit ohne einen Rest an Zweifel zu erzeugen, so stützt sich die gelungene Illusion auf ein Gesetz, mit dessen Hilfe und hinreichender Erfahrung sich der Koitus vollzieht: Anlehnung an das Ablaufschema Geschlechtsakt. Allerdings auch nur Anlehnung, denn um Langeweile zu vermeiden, bemühen sich die Aktteilnehmer um erfrischende Libertinage, wie sie die Diskussionsgruppe um BRéTON wiederum in genüßlicher Vielfalt zusammenträgt, von Mimesis keine Rede.
Grundlage jeglicher Simulation ist das Ablaufschema, ein Algorithmus. Der Vorgang, den es umzusetzen gilt, wird aus der Realität abstrahiert, um in ein Bildungsgesetz, den Algorithmus transformiert zu werden. Mit Hilfe dieses Algorithmus kann dann der Prozeß neben evtl. einfließenden empirischen Ausschmückungen durch ein Handwerkzeug, das sind die Schauspielkunst, eine Rechenmaschine, o.ä., simuliert, d.h. als in der Realität verankert vorgetäuscht werden.
"Als sie [Oedipa Maas] schließlich erwachte, merkte sie, daß sie ge***** wurde; sie stieg in ein sexuelles Crescendo ein, wie man auf einen Zug aufspringt, der schon fährt, oder als würde bei bereits laufender Kamera eine Szene dazwischengeschnitten."[4]
Oedipa Maas leidet nicht -- im Gegensatz zu Paul Eluard -- unter Müdigkeit oder Schläfrigkeit nach dem Erwachen, das folgerichtig ihre Schauspielkunst vor imaginierter Kamera in keiner Weise beeinträchtigt. Beweglichkeit und Spontaneität erlauben ihr, sich im entscheidenden Moment dem Ablaufschema des Geschlechtsaktes gemäß zu verhalten. Das Gesetz darf jedoch nicht als starr angesehen werden. Die Gefahr des Mimesisvorwurfs droht: Bloß nachgeahmt! Welcher Algorithmus ist hingegen geeignet, der kleine kreative Veränderungen, unvorhersehbare Verschiebungen, Mutationen, human factors, kurz: Indeterminierbarkeit berücksichtigt?
An dieser Stelle hilft die sog. Chaosforschung, deren populärwissenschaftliche Thesen von Schmetterlingsflügelschlägen und selbstähnlichen Zahlenmengen namens Julia hinlänglich bekannt sind. Grundlage dieser Entdeckungen waren die Experimente BENOIT B. MANDELBROTS Ende der 70er Jahre mit Zahlenfolgen im Körper der komplexen Zahlen.
Die berühmte Folge
mit
C war nur eines
der abstrakten Bildungsgesetze, deren Visualisierungen die sog.\
Apfelmännchen zeigten. Diese Formel soll hier jedoch dazu dienen,
eine wortbasierte Simulation mit Hilfe eines close readings zu
analysieren.
Was Paul Eluard aufgrund von ihn besiegender Müdigkeit nicht gelingt, Oedipa Maas indes meisterhaft versteht, soll an dieser Stelle exemplarisch vorgestellt werden: die Bedingungen der Simulation und ihr Bildungsgesetz anhand eines Beispiels aus der polnischen Literaturszene. Vorstellung einer Verstellung im Sinne von Imagination einer Simulation.
"Waldecks liebstes Buch ist "Finnegan's Wake", das schwierige Werk von James Joyce. Zu Hause hat er einen kleinen Schrein hergerichtet, ein Tischlein, auf dem nur dieser umfängliche Roman ausliegt."
Waldeck ist Fan. D.h. er setzt Referenzen. Keinem geringeren als James Joyce gilt die weihevolle Huldigung mittels des extra errichteten Altars, auf dem die verehrte Schrift ruht. Der Text, von dem Jacques Derrida als dem Nachtbuch mit Träumen neben Ulysses als Tagbuch mit allen, sich kreuzenden Wege spricht,[5] zählt zur Höhenkammliteratur. "O(Obessions-)Ton Literaturwissenschaft. <Höhenkämme>, Iros, verfolgen uns (nicht erst seither) mehr oder weniger abgefahren auf Schritt und Tritt. Dabei sagt die Apostrophierung eines Textes als Kammliteratur in erster Linie etwas über den Beobachter aus. Wer Namen auf Gipfel plaziert, verfügt über die Landschaft. Kann massiv aus der Tasche ziehen, von oben runter bestellen."[6] Der Gipfel Finnegan's Wake gehört zu den Achttausendern. Und Waldeck bildet die Bergwacht. Seine imperative Unterscheidung zur restlichen Literatur lautet: Bergluft atmen.
"`Finnegan's Wake', sagt Waldeck bei einem Abendessen in Krakau, sei großartig, wunderbar, und vor allem habe es viel mit Polen zu tun. "Dieser Zustand zwischen Leben und Tod, zwischen Geborenwerden und Sterben -- das ist, das war immer Polens Situation." Er sieht auch Parallelen zu "Wesele", dem großen polnischen Drama von Stanislaw Wyspianski. Übrigens, sagte er, "Finnegan's Wake" und "Wesele" spiegelten sich ausführlich in seinem eigenen Roman."
Eine noch so beeindruckende Referenzstruktur mit vorgewiesenen Traditionslinien, in strenger Gefolgschaft der Weltliteratur reicht nicht aus. Waldeck ist nicht nur Leser. Er betreibt einerseits massive Rezeption, versucht sich jedoch gleichfalls -- niemals klar voneinander trennbar -- an der Produktion. Daher rührt der eigene Romanversuch.
"Nachdem er die allgemeine Überraschung genossen hatte, erzählte Waldeck, daß er seit vier Jahren dabei sei, einen umfassenden Roman über Polens Gegenwart zu schreiben, basierend auf "Wesele" und "Finnegan's Wake". Es solle ein Werk werden, wie es in Polen noch keins gibt."
Gleichwohl die Referenz auf Joyce und Wyspianski gerichtet ist, verharrt die Produktion nicht mimetisch. Das Werk soll noch werden. Im Gegensatz zur Mimesis, die ihre Bezüge immer auf einen zeitlich zurückliegenden Punkt setzt, erlaubt die Simulation eine in die Zukunft gerichtete Zeitlichkeit. Vortäuschung anstatt Nachahmung. Die Simulation des Wetters interessiert nur als Prognose, denn ob es regnete oder schneite, konnte jeder live erleben. Obwohl jede noch so schnelle Echtzeitanalyse dem Realen immer ein wenig hinterherhinken wird,[7] erlaubt die synthetische Interpretation des algorithmischen Bildungsgesetzes ein die Zukunft abschätzendes Szenario. "Das Alltagsleben ist seines Sinns entleert, und der Mensch vollzieht Handlungen, die keinen Zusammenhang mit dem bilden, was allgemein als sinnvoll beurteilt wird und damit als `wirklich' wahrgenommen wird. [...] Nicht für ewig freilich, denn auf das Wort folgt am Ende - das Wetter."[8]
"Waldeck war mit rotem Sakko, roter Krawatte und hellroter Weste ausgesprochen elegant gekleidet. Ein Bart von drei Tagen schmückte sein rundes Gesicht. Wenn er das Wort nahm, gab er es so rasch nicht mehr ab. Er redete schnell und formulierte mit ungeheurem Aufwand. Seine Bildung versteckte Waldeck nicht. "Übrigens liegt mir Luhmann mitunter mehr als Habermas", war ein Satz, den man als typisch für ihn bezeichnen kann. Aber er wirkte nicht arrogant. Oft begleitete ein verschmitztes Lächeln seine mit einer Überlast Wissen beladenen Sätze."
Ist Waldeck wirklich gebildet? Ein Zwischenspiel:
Ist Bildung eine Frage des Jargons? Waldeck beherrscht die notwendige Sprache ausgezeichnet, wie sein knapper Hinweis auf die Habermas-Luhmann-Debatte beweist. Das überzeugt.
"Alle, die bei dem Abendessen dabei waren, wollten natürlich wissen, was in seinem Roman stehen würde. Waldeck erzählte lange, aber niemand verstand ihn, auch die Polen nicht. Am Ende blieb nur die Erkenntnis, daß es einen Onkel geben würde und einen Marschall, der viel mit Finnegan zu tun habe. "Onkel.Marsch." hat Waldeck als Titel für seinen Roman vorgesehen. 150 Seiten hat er bislang geschrieben, nicht viel in vier Jahren, aber Waldeck ist sehr beschäftigt."
Wie funktioniert das ausgeworfene Referenzsystem? Den Inhalt des Romans läßt Waldeck dunkel. Dennoch gelingt es ihm, Neugier zu schaffen, die er durch das undurchschaubare Referat zum Roman steigert. Sind die Grenzen der Verstehbarkeit bei Joyce nicht auch durch unbedingte Komplexität erreicht? Sein in Anlehnung an den irischen Dichter verwendeter Sprachstil stellt erneut den Zusammenhang zu Joyce her: syntaktische Analogien in Wort.Punkt.Wort-Konstruktionen wie dem Titel bezeugen die ehrerbietende Fremdreferenz. "Brief, ausgetragen von Schon, Sohn des Hek, geschrieben von Schem, Bruder von Schon, hervorgebracht von Alp, Mutter von Schem, für Hek, Vater von Schon. Beglaubigt. Gee. Abgeschickt. 29 Hardwar Sankt. Gebtes bis zur Lustigkeit. Stadt auf dem Ford von Hurdles. 31. Jan. 1132 A.D. Hier commt Emboß. Versuchte Haus gegenüber. 13 Fitzgibbon. Platz. Gefährlich. Taxe 9d. B.L. Guinness, Hochwohlgeboren. L.B. Nicht bekannt in 1132 a. 12 Nord Richmond. Navme unloesbar. Keinoa Adress hinterlassen. Geseichnet Jetti Piers. Keinäh seuche Pfärrson. 92 Windsör. Ave. Keine solche No. Vale. Finns Hotel. Espödiert aus 1014 d. Niedergerissen. Schönblick. Geöffnet von Fee Leer. 965 naichthumplertfinffundsexzig. Scheiße auf Sicht. Rufloos. Nehme Dunlop und sei zufrieden. Herr Domnall O'Domnalli. Wer lebt 8 Königs Trasseh. Keine solche Stratze. Halt Muhl, Essen mit den Dänkan. Zurück zu Philips Burk. Auf See. T.O.T. Bitte senden an. Clontark. Vater Jakob, ReisHändler. 3 KastellWald. Friede mit dir, Arrüstet. J.P."[10] Der Versuch der Referenzerweisung geht ins Leere: Adressat unbekannt.
"Beruflich hat er damit zu tun, ein neues Immobilienrecht für Polen auszuarbeiten. Nebenbei schreibt er mit seinem Freund Wojtek an einem Buch über die Generation der Dreißigjährigen, die noch nicht in der Freiheit angekommen sei. Zudem hat er einen dicken Stapel Gedichte vorgelegt, bislang unveröffentlicht. Mit Wojteck will er eine neue Literaturzeitschrift herausgeben. Und dann nimmt ihn noch eine Erzählung sehr in Anspruch; sie soll das polnisch-deutsche Verhältnis neu beschreiben. Geplanter Titel: "Making love in Auschwitz"."
Die Liste von Waldecks textproduzierenden Projekten ist lang: mit bemerkenswerter Umsicht inszeniert er sich in den verschiedensten Genres. Seine virtuose Vielseitigkeit scheint nur das Drama vergessen zu haben. Doch wichtiger als alle Gattungen vollständig zu bedienen, bleibt der Bezug zum politischen Diskurs. Keine Scheu vor Konfrontation. Provokant die Polen-Deutschland-Beziehung einheizen, damit sich etwas bewegt. Seine offensichtlich ausgelastete Beanspruchung hilft dabei, den Eindruck höchster Produktivität und die Begabung eines Meisters auf Seiten seiner Zuhörer hervorzurufen. Die Stilisierung gelingt.
"Es kann nicht verwundern, daß Waldeck wenig Zeit zum Lesen bleibt. Er liest eine Unzahl von Büchern, aber quer oder nur die ersten zwanzig Seiten oder das Fazit. Aber "Finnegan's Wake" hat er doch gelesen? "Natürlich nicht", sagte Waldeck. Es sei nicht einmal ins Polnische übersetzt."[11]
Waldeck dilettiert keineswegs. Stattdessen simuliert er den Dichter. Entscheidend ist jedoch, daß er seine Simulation nicht leugnet, sondern bereitwillig den Mechanismus durchschauen läßt, um damit die Rezipienten vorzuführen.
Woran erkennt man -- nicht einen Schriftsteller, sondern: -- einen Dichter? Oder in operationaler Terminologie: Welchen Algorithmus muß ein Verfasser ansetzen, um als Dichter zu wirken? Zunächst muß er über solides Handwerk verfügen, Begabung zum Umgang mit Sprache. Neben der notwendigen Bedingung Handwerk erfordert es die hinreichende: Werk, und schließlich zusätzlich nützliche wie beispielsweise Feinsinn, Intellektualität, Vorstellungskraft, politische Reflektivität, Weltbürgertum, Grandezza. Doch was ist ein Werk und wie entsteht es? Das Werk ist als festgeschriebenes Produkt der Fiktionen seines Autors ein Stellvertreter, des Dichters Repräsentant, das was dem Tod (dank der Überlieferungs- und Kanonisierungsanstrengungen durch die Philologie meistens) trotzt. "Aber dies Herumschnüffeln im Familienleben eines großen Mannes [...] Das interessiert doch bloß den Gemeindeschreiber. Ich finde, wir haben doch die Stücke. Ich finde, wenn wir die Poesie des König Lear lesen, was schert es uns, wie der Dichter lebte? [...] Herumspähen und Schnüffeln im Kulissenklatsch des Tages, wie der Dichter soff, wieviel Schulden er machte. Wie haben den König Lear: und der ist unsterblich."[12]
Wie schafft Waldeck zu wirken? Zunächst durch Originalität. Er versteht es, sich des Gestus des Dichters zu bemächtigen. Er präsentiert sein Werk, indem er die Pose desjenigen übt, der gelassen von seinem umfassenden Schaffen erzählt. Gezielte Hinweise auf anerkannte Größen der Literatur dienen hier als Verankerungen der eigenen literarischen Versuche. Doch Waldeck bleibt kein Epigone. Die zweckmäßige Referenz zu Finnegan's Wake läßt er nicht bestehen. Er hat's nicht gelesen. Das überführt die Fremd- in Selbstreferenz und arbeitet damit für ihn. Seine Texte gewinnen somit an Eigenständigkeit, weil die zunächst erwähnten Einflüsse nicht bestehen. Die Kraft seiner vormals unterwürfigen Gefolgschaft zu Joyce kehrt durch auskunftsbereite Ehrlichkeit ihre Richtung um und stärkt damit erfolgreich das Artefakt Waldeck der Dichter.
Ist Waldeck denn nur ein Aufschneider, ein Hochstapler, gar ein Schmierenkomödiant? "Es geht um die Substituierung des Realen durch Zeichen des Realen".[13] Waldeck ist eher (Hyper-)Realist. Ein Überzeugungs-Täter. Also jemand, dem es gelingt durch gezielte Formulierungen und geschickt gesetzte Referenzen, seinen Zuhörern das gewählte Image eines Dichters samt dem zugehörigen Werk zu suggerieren.
Vortäuschen von dem, was nicht ist, bedeutet Referenzsetzung vom Realen
zum nicht Vorhandenen. Anlehnung (also nicht Nachahmung) erfolgt durch
besetzen einer Ausgangslage. Die Strategie lautet: Traditionslinien
okkupieren, sich in einer Reihe nennen mit beispielsweise Joyce und
Wyspianski. Darüberhinaus einen kontingenten Bezugspunkt c
initialisieren. Mit Hilfe des Ablaufschema, genannt Algorithmus, den
kontingenten Startbedingungen und der Zeit, die gegen
laufen
wird, setzt sich der Mechanismus in Gang. Da ein Menschenleben jedoch
endlich ist, bietet es sich an, einen Zeitraum zu betrachten, z.B.\
zwischen
und
. Wie gelangt man von
zu
?
Frage nach dem Bildungsgesetz. Nehme die Ausgangslage
erneut,
potenziere sie also, übertreibe! (maßvoll):
. Berücksichtige
hier noch kontingente Einflüße, die in einer komplexen Konstanten
zusammengefaßt werden: c. Dann notiere:
Da c dem komplexen Zahlenkörper C angehört, verfügt diese Konstante über einen Real- und einen Imaginärteil (d.h. hier Fiktionales), also:
Unter Berücksichtigung der 1. binomischen Formel ergibt sich:
Die Referenzvermischung im Hyperrealen führt zu einem Zustand des nahezu irreversiblen Verknüpfungschaos, das letztlich in Unüberprüfbarkeit mündet. Welche Referenz ist real, welche simuliert? Wer vermag es, dieses Durcheinander zu entwirren?
Waldeck ist kein Dilettant, denn in Frage steht seine ganze vorgegebene Produktion. Seine Joyce-Rezeption ist Fiktion. Ist sein Werk erdacht, aber realiter (noch) nicht geschrieben? Im Hyperrealen schon. "Unser Planspiel bewegt sich so hart an der Grenze zur Wahrheit, daß Simulation und Ernstfall fast nicht mehr auseinanderzuhalten sind."[14] Wann wird Onkel.Marsch. in deutscher Übersetzung erhältlich sein?
© bei Markus Krajewski und Harun Maye, Version 1.2, 21.12.1996.