Institut für Kulturwissenschaft
KURZBESCHREIBUNG
Das Fach Kulturwissenschaft gibt es bundesweit nur an der HU als eigenständiges Fach mit derzeit sechs Strukturprofessuren, welche die drei Bereiche des Wissens, der Medien und des Politischen als Kulturtheorie und Kulturgeschichte mit besonderem Fokus auf Gegenwartsanalyse und Differenzkategorien untersuchen.
Die Berliner Kulturwissenschaft widmet sich in Forschung und Lehre der Beschreibung und Analyse kultureller Phänomene. Obwohl dabei ein Kulturbegriff zugrunde gelegt wird, der die Differenz, und nicht die Einheit kultureller Phänomene betont und dabei ausdrücklich auch außereuropäische Perspektiven miteinbezieht, versteht sich die Berliner Kulturwissenschaft gerade nicht als heterogenes Konglomerat von Fächern. Vielmehr ist sie einer multiperspektivischen, aber kohärenten Methodik verpflichtet, die im Singular „Kulturwissenschaft“ zum Ausdruck kommt. Angesichts des allgemeinen Trends zur Kulturalisierung, der unsere Gegenwartsgesellschaften auszeichnet, besitzt kulturwissenschaftliche Forschung besondere Relevanz. Die Berliner Kulturwissenschaft nähert sich ihren Gegenständen ebenso aus kulturhistorischer wie -theoretischer Perspektive, wobei sie Kulturtheorien im Kontext ihres theoriegeschichtlichen Schwerpunkts ihrerseits historisiert. Historisierung – als historische Genealogie verstanden – dient dabei mittelbar einem besseren Verständnis unserer Gegenwart.
Das PROFIL des Instituts ist durch folgende Dimensionen definiert.
AKTUELL
Neugründung
Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft zum 1.1.2026
Zum ersten Januar 2026 entsteht das neue Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft. Die wichtigste Information für Studierende: Die bestehenden Studiengänge werden unverändert fortgeführt. Getragen ist die Neugründung von der Idee, dass durch fachliche Nähe und Differenzen konstruktive Kooperationen entstehen. Diese sollen nicht nur die Bereiche Kulturwissenschaft sowie Medienwissenschaft einzeln stärken und profilieren, sondern ebenso neue Themenfelder, Resonanzräume und Interferenzfelder ermöglichen. So kann die akademische und außerakademische Relevanz beider Disziplinen vertieft, ausgebaut und breiter gestützt werden.
Institut für Medienwissenschaft
Das Vorlesungsverzeichnis fürs WiSe 2026/27 ist in AGNES einsehbar.
Hier finden Sie alle akademischen Fristen und Termine.
Frau Dr. Britta lang lädt Sie herzlich zum internationalen Kongress "Kritik und Kultur“ ein.
Die 11. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft, findet vom 16. bis 19. September in Berlin statt und von unserem Institut, der BBAW und dem ZFL ausgerichtet.
Veranstaltungshinweis mit dem Titel: Summer School 2026: Krieg und Medien
Datum: 14.–16. September 2026
Krieg und Medien. Zur Aktualität von Friedrich Kittlers Grammophon Film Typewriter
Vom 14. bis 16. September 2026 veranstaltet die Friedrich-Kittler-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit Professor Shintaro Miyazaki am Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin ihre jährliche Summer School. Themenschwerpunkt ist die Aktualität des 1986 erschienenen Buches Grammophon Film Typewriter.
Seit seiner Publikation war Friedrich Kittler in Presse, Funk und Fernsehen ein gefragter Gesprächspartner zum Thema Krieg. In der akademischen Welt indes wurde sein Denken, von markanten Vereinzelungen abgesehen, kritisch beäugt, nach seinem Tod ‚als letzte Theorie des Kalten Krieges‘ belächelt. Zeitgleich folgten ihm Studierende, es entstanden Qualifikationsarbeiten, Aufsätze und künstlerische Arbeiten, die sich dem Thema zu einer Zeit zuwandten, in der es für europäische Demokratien unter dem Schutz der Pax Americana erledigt schien.
Der 2022 begonnene russische Angriffskrieg auf die Ukraine leitete ein Umdenken ein. Heute ist das Thema omnipräsent: Ob ‚Angriffskrieg‘, ‚Informationskrieg‘, ‚Energiekrieg‘ oder ‚Handelskrieg‘, Krieg wird auf allen Ebenen geführt, und auf allen Ebenen spielen Medien eine entscheidende Rolle. Die europäische Hoffnung auf eine langfristig friedliche Weltpolitik ist in weite Ferne gerückt. Stattdessen erleben wir den Niedergang der Pax Americana, eine globale Aufrüstung, neue durch künstliche Intelligenz verstärkte automatisierte Waffensysteme, die in den kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit Einsatz finden, sowie weitere Drohgebärden in Richtung Kuba, Taiwan und Grönland. Der Krieg läuft auf allen Kanälen; die Kanäle selbst sind Teil der Kriegsführung, wie ein Blick auf das Satellitennetzwerk Starlink unter der Schirmherrschaft von Elon Musk zeigt. Vor diesem Hintergrund sollen die in Grammophon Film Typewriter entwickelten Thesen mit Expert:innen diskutiert werden.
Masterstudierende, Doktorand:innen und Postdocs mit Forschungsprojekten zu den Themen Krieg und Medien und/oder Grammophon Film Typewriter sind eingeladen, Vorschläge für Vortragsbeiträge einzureichen (max. 1 Din A4 Seite) an sandrina.khaled@hu-berlin.de. Einsendeschluss ist der 31. August 2026.
Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch.
Für die aktive Teilnahme an der Summer School können drei ECTS-Punkte vergeben werden, deren Anerkennung mit Ihrer Universität von Ihnen vorab abzuklären ist.
RINGVORLESUNGEN im Wintersemester 2026/27
weitere Informationen
Zwei Neuerungen für Bachelorabsolvent*innen
Liebe Bachelorstudierende,
um die Betreuungssuche und die Themenfindung für Bachelorabschlussarbeiten zu vereinfachen und verbindlich zu gestalten, haben wir seit dem Wintersemester 2025/26 eine neue Praxis eingeführt. Die Anmeldung zum Besuch eines Kolloquiums im Abschlussmodul 9 wird mit Ihrem expliziten Wunsch nach der erst- und der zweitbetreuenden Person verbunden. Das erspart Ihnen von Anfang an die Suche nach den gewünschten Professor*innen bzw. den unbefristeten wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, die Ihre Bachelorarbeit im Rahmen der angebotenen Kolloquien und Sprechstunden betreuen und abschließend auch begutachten.
Unser neues und transparentes Anmeldeverfahren ist leicht zu handhaben und läuft so:
Die Betreuung der Bachelorabschlussarbeiten findet im Sommersemester 2026
grundsätzlich im Rahmen der angebotenen Kolloquien statt. Die Einschreibung in die Kolloquien erfolgt durch eine Vorabregistrierung über den Moodle-Kurs mit dem Kurs-Schlüssel „Finale“.
Bei Fragen wenden Sie sich gern an Robert Stock
Bitte tragen Sie sich hier bis zum 30. Januar 2026 mit Ihren Präferenzen für die Erst- und Zweitbetreuung sowie – falls bereits vorhanden – möglichen thematischen Ideen ein. Sie erhalten dann Rückmeldung zum 16. Februar 2026 über das Ihnen zugewiesene Kolloquium.
Anschließend melden Sie sich über die Moodle-Kurse der jeweiligen Kolloquien bis zum 2. April 2026 an. Der Start der Bachelorkolloquien ist dann der Semesterbeginn ab 13. April 2026.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Besuch des Kolloquiums im Abschlussmodul und bei der Verfertigung Ihrer Bachelorarbeit, Seite an Seite mit der von Ihnen gewünschten Erstbetreuung.
Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen zum Neuen Jahr,
Brigitta Kuster, Christian Kassung, Robert Stock & Iris Därmann
Unser neues und transparentes Anmeldeverfahren ist leicht zu handhaben und läuft so: Link
Neues Gutachtenformular für die Bewertung von Bachelorarbeiten und Masterarbeiten
Für die Begutachtung von Bachelorarbeiten und Masterarbeiten verwenden wir ab sofort ein neues Gutachtenformular. Die Anforderungen für das Verfassen von Abschlussarbeiten und die Kriterien der Bewertung werden so noch transparenter als bisher.
Das Gutachtenformular finden Sie hier: Link
Prof. Dietrich Mühlberg 90 Jahre
Das Institut für Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft gratuliert Prof. Dietrich Mühlberg, dessen Wirken eng mit der Geschichte der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden ist, zum 90. Geburtstag. Als 1963 der neue Studiengang Kulturwissenschaft am Institut für Philosophie begründet wurde, war Mühlberg Doktorand im Bereich Ästhetik. Nach Abschluss seiner Promotion wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter, übernahm bereits 1965 die Fachgebietsleitung und wurde 1974 zum Professor für Kulturgeschichte berufen. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen, darunter Wolfgang Heise, Erwin Pracht, Irene Dölling u.a., entwickelte er in diesen Jahren das Profil einer eigenständigen marxistischen Kulturtheorie und -geschichte, die er in seinen Vorlesungen und Seminaren mehreren Generationen von Direkt- und Fernstudierenden der Kulturwissenschaft vermittelte. In den 1980er Jahren gelang es Mühlberg und seinen Mitarbeiter:innen, über die Grenzen der DDR hinaus wissenschaftliche Kontakte in die alte BRD und andere Länder Westeuropas zu knüpfen. Der Protest internationaler Geistes- und Sozialwissenschaftler gegen die Abwicklungsbeschlüsse des Berliner Senats unmittelbar nach 1989 half Mühlberg und den anderen Berliner Kulturwissenschaftler:innen, das Weiterbestehen des Institutes sichern. Im Zuge der Neuformierung der Universität nach Wiedervereinigung wurde Mühlberg positiv evaluiert und lehrte weiterhin Kulturgeschichte. 1996 verließ er, nachdem sein Vertrag ausgelaufen war, die Humboldt-Universität und wechselte in das Zentrum für Zeithistorische Forschung Postdam, wo er bis zu seiner Verrentung forschte. Parallel arbeitete er in der von ihm mit begründeten KulturInitiative ’89 und ist weiterhin als Gast in Workshops und Podiumsdiskussionen aktiv.
Wir wünschen viel Kraft und Gesundheit, damit er weiterhin seine Projekte verfolgen kann.
