Profil

  1. Wissensforschung, d.h. Wissens- und Wissenschaftsgeschichte, die sich ebenso für die Natur- und Geisteswissenschaften wie für Formen von implizitem, unbewusstem, subversivem oder marginalisiertem Wissen interessieren;
  2. Kulturgeschichte des Politischen, die sich mit den Entstehungs-, Praxis-, Organisations-, und Erscheinungsformen des Politischen im Widerstreit mit der Politik beschäftigt;
  3. Medientheorie und -geschichte, die in engem Austausch mit dem Exzellenzcluster Matters of Activity in einer post-digitalen Perspektive auch analoge Medien miteinbeziehen.

 

Zwischen diesen strukturell und thematisch längerfristig angelegten Profilbildungen sind aktuell folgende Querschnittsthemen und Forschungsschwerpunkte etabliert: Theoriegeschichte, dekoloniale Perspektiven, sensible Sammlungen, Widerstands- und Gewaltgeschichte, Geschichte der politischen Philologie, Kulturtechnikforschung, Geschichte der Technowissenschaften, transkulturelle jüdische Geschichte, politische Philosophie und body politics im kolonialen Kontext, psychoanalytische Kulturwissenschaft, historische Anthropologie, Geschlechter-, Körper- und Sexualitätsgeschichte, Geschichte und Theorien der Biopolitik, intersektionale Analytiken von Subjektivierungsweisen, Grenz- und Raumforschung, Rassismus- und Antisemitismusgeschichte, Memorialkulturen, Emotionsgeschichte, (Anti-)Emanzipationsbewegungen, kulturwissenschaftliche Filmforschung und filmische Praxis.

 

Die Schwerpunkte in der Lehre sind in der Humboldtschen Tradition eng mit der Forschung verknüpft und haben einen starken Fokus auf Gegenwartsdiagnosen und historische Analysen – die sich wiederum in theoretischen Überlegungen fundieren – sowie die longue durée von Körpertechniken, Kulturtechniken, kulturellen Praktiken und Phänomenen. Auch die Sensibilität und das Wissen über nicht-hegemoniale Kulturen und Erfahrungen (Geschlechter- und Rassismusforschung, jüdische Geschichte, Geschichte der Versklavung und der voices of the voiceless, Global South etc.) spielen eine große Rolle.

 

Das Institut stellt inneruniversitär, aber auch darüber hinaus, einen Knotenpunkt eines fachlichen Netzwerkes dar – und das in mehrfachem Sinn. Nicht nur, weil es das Verhältnis von Geschichte und Theorie, Natur- und Geisteswissenschaften, europäischen und außereuropäischen Kulturen thematisiert, sondern auch, weil es – sowohl auf der intra- als auch auf der inter- und transinstitutionellen Ebene – durch die zahlreichen Kooperationen eine Vielzahl unterschiedlicher kulturwissenschaftlicher Ansätze und Positionen miteinander vernetzt (vgl. u.a. die Kooperationen mit dem Exzellenzcluster Matters of Activity, Humboldt-Forum, Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg (ZJS), Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterforschung (ZTG), Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin Institute for Cultural Inquiry (ICI), Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse e.V. (BIPP), International Psychoanalytic University (IPU), etc. 

 

Relevant ist außerdem der Beitrag der Berliner Kulturwissenschaft als wichtige Schnittstelle zur Öffentlichkeit bzw. öffentlichen Wahrnehmung von akademischer Wissensproduktion und Transfer  durch ein breites Publikationsspektrum und zahlreiche Kooperationen inner- und außerhalb des Berliner Raums (u.a. Tieranatomisches Theater, Humboldt Labor im Humboldt Forum, Jüdisches Museum, Bodemuseum, Kino Arsenal, Haus der Kulturen der Welt, Dresdener Hygienemuseum etc. sowie durch Ausstellungsprojekte, kuratierte Filmreihen und eigene filmische Produktionen – und nicht zuletzt durch regelmäßige Beiträge in Rundfunk, Fernsehen und Presse.