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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Kulturwissenschaft

Hidden Kosmos

Hier finden Sie Informationen zum Projekt Hidden Kosmos — Reconstructing Alexander von Humboldt's »Kosmos-Lectures«
Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Kulturwissenschaft | Forschung | Drittmittelprojekte | Hidden Kosmos | Hidden Kosmos — Reconstructing Alexander von Humboldt's »Kosmos-Lectures«

Hidden Kosmos — Reconstructing Alexander von Humboldt's »Kosmos-Lectures«

Förderung: Förderlinie »Freiräume« der Exzellenzinitiative an der Humboldt-Universität;
Antragsteller: Prof. Dr. Christian Kassung, Dominik Erdmann, Marius Hug und Christian Thomas.

Das Projekt ist angesiedelt am Lehrstuhl für Kulturtechniken und Wissensgeschichte von Prof. Dr. Christian Kassung.

Nachschriften der Kosmos-Vorträge

Auflistung der bisher ermittelten Nachschriften, Stand der laufenden Publikation

Nachschriften der Kosmos-Vorträge - Mehr…

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Kulturwissenschaft | Forschung | Drittmittelprojekte | Hidden Kosmos | Projektbeschreibung: Hintergrund, Gegenstand und Forschungsziele

Projektbeschreibung: Hintergrund, Gegenstand und Forschungsziele

Im Wintersemester 1827/28 hielt Alexander von Humboldt an der Berliner Universität und in einem zweiten, teilweise parallel verlaufenden Zyklus an der benachbarten Singakademie Vorträge über »Physische Erdbeschreibung, mit Prolegomenen über Lage, Gestalt und Naturbeschaffenheit der Gestirne«.

Alexander von Humboldt: Übersicht der Vorlesungsstunden an der Singakademie (SBB-PK, Nachl. Alexander von Humboldt, Gr. K. 8, Nr. 5a, Bl. 3r)

Diese – erst später als »Kosmos-Vorträge« bezeichneten – öffentlichen Vorlesungen erregten schon unter Zeitgenossen enorme Aufmerksamkeit sowohl in wissenschaftlichen Kreisen als auch in der breiteren Öffentlichkeit. Heute werden sie in der Forschung als Meilenstein der Wissenschaftspopularisierung mit großer Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Berlin wahrgenommen. Sie können ohne Frage als zentrales Ereignis im Leben und Schaffen Humboldts angesehen werden, insbesondere im Zusammenhang mit der direkt daran anschließenden, sich allerdings über mehrere Jahre bis zum Tod Humboldts erstreckenden Ausarbeitung des »Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung« (5 Bde.; Stuttgart, Tübingen: Cotta, 1845–1862; siehe dazu die Übersicht über weiterführende Literatur).

Der unbestreitbaren Wichtigkeit der »Kosmos-Vorträge« sowohl für Alexander von Humboldt im Besonderen als auch für die Wissenschafts- und Kulturgeschichte im Allgemeinen steht eine extrem unsichere Quellenlage zu den Vorträgen selbst gegenüber: Von Besuchern der Vorträge angefertigte Nachschriften, die sich erhalten haben, sind zum größten Teil unveröffentlicht; Humboldts eigenhändige Manuskripte, die den Vorträgen zugrunde lagen, sind bislang in keiner Forschungsarbeit eingehend gewürdigt worden. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt »Hidden Kosmos« die Vorlesungen als Forschungsfeld erstmals erschließen. Der Schwerpunkt liegt dabei zunächst auf der digitalen Verfügbarmachung sämtlicher heute bekannter Nachschriften der damaligen Hörer Humboldts.

Nachschriften zu Humboldts »Kosmos-Vorträgen«

Zahlreiche Nachschriften von Hörern der beiden Vorlesungszyklen sind der Forschung unbekannt. Lediglich zwei anonym verfasste Nachschriften aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz sind 1934 bzw. 1993 im Druck erschienen (siehe weiterführende Literatur).  Karol Fryderyk Libelt: Nachschrift der ‚Vorlesungen über physikalische Geographie‘ Alexander von Humboldts. Berlin, 1828. (Biblioteka Jagiellońska Kraków, Handschrift 6623 II), S. 144 [Detail] Mindestens zehn weitere Nachschriften, zum Teil ebenfalls von unbekannt gebliebenen Hörern Humboldts, zum Teil aber auch von namentlich bekannten Personen angefertigt, sind bislang nicht systematisch erfasst, nicht ediert und daher nur vor Ort in Archiven bzw. Bibliotheken zugänglich.

Daher ist es ein zentrales Anliegen des Projekts »Hidden Kosmos«, diese bis dato unbekannten Nachschriften von Hörern der »Kosmos-Vorträge« wissenschaftlich zu erschließen und in einer digitalen Edition frei im Internet verfügbar zu machen. Die Vorlagen, die auf verschiedene Bibliotheken, Archive und private Sammlungen verstreut sind, werden zunächst als digitale Faksimiles reproduziert. Anhand dieser Bilddigitalisate werden die Nachschriften als elektronische Volltexte transkribiert und die Transkription entsprechend den Vorgaben der Text Encoding Initiative (TEI, www.tei-c.org) aufbereitet, um die Nachhaltigkeit der Projektergebnisse und die Anschlussfähigkeit der Edition sicherzustellen. Die Nachschriften der verschiedenen Hörer Humboldts werden in einem folgenden Schritt untereinander verknüpft, um eine parallele Ansicht und damit den direkten Vergleich der jeweiligen Vortragsstunden bzw. einzelner Passagen zu erleichtern.

Gotthilf Friedrich Patzig: Vorträge über physische Geographie des Freiherrn Alexander von Humbold[!] gehalten im großen Hörsaale des Universitäts-Gebäudes zu Berlin im Wintersemester 1827/28 [...]. Berlin 1827 u. 1828. Erstes Heft. (SBB-PK, Ms. germ. fol. 841), S. 107 [Detail]

Die Dokumente werden um Verweise auf den »Kosmos« und weitere einschlägige Literatur Humboldts und seiner Zeitgenossen angereichert. Schließlich wird ein übergreifendes Gesamtregister erstellt, das einen systematischen Zugang zu den vielfältigen Zeugnissen der »Kosmos-Vorträge« erlaubt.

Die Veröffentlichung sämtlicher bislang bekannter Nachschriften der »Kosmos-Vorträge« Humboldts, deren Verknüpfung untereinander sowie mit ausgewählten zugehörigen Materialien aus Humboldts Nachlass und der zeitgenössischen Literatur wird erstmals belastbare Quellen liefern, die Aussagen über Inhalt, Verlauf und Bedeutung dieses Ereignisses zulassen. Der internationalen Humboldt-Forschung und der interessierten Öffentlichkeit wird damit in zeitgemäßer Weise der freie Zugriff auf die nahezu unbekannten Quellen zur Rekonstruktion einer der weltweit bekanntesten Vorlesungsreihen ermöglicht.

Manuskripte zu den »Kosmos-Vorträgen« aus dem Nachlass Alexander von Humboldts in der Staatsbibliothek

Die eigenhändigen Vortragsmanuskripte Humboldts, die in dessen Nachlass in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt werden, sind erst vor wenigen Jahren wieder in das Bewusstsein der Forschung gerückt worden (vgl. dazu Erdmann/Thomas 2010 und 2014 in der Literaturliste zum Projekt). 

Vermutlich vor allem aufgrund der expliziten Aussage Alexander von Humboldts im Vorwort zum »Kosmos«, er habe die Vorträge damals in freier Rede bestritten und weder zuvor noch anschließend Aufzeichnungen angefertigt (vgl. Humboldt (1845): Kosmos I, S. X im Deutschen Textarchiv), ist die Existenz vonAlexander von Humboldt: Vorlesungsmanuskript der 59. Stunde (Zyklus an der Berliner Universität) zum Thema „Menschenracen“ Manuskripten in der internationalen Humboldt-Forschung nahezu unbekannt. Die Vortragsmanuskripte von Humboldts Hand sind bislang ebenso wenig systematisch erforscht worden wie die Nachschriften seiner Zuhörer. Die ursprünglich den Vorträgen zugrunde gelegten Manuskripte wurden von Humboldt über Jahre hinweg mit zahlreichen Notizen, Diktaten, Korrespondenz- und Publikationsfragmenten sowie Literaturhinweisen versehen. Humboldt nutzte diese Zusammenstellungen nachweislich für die Arbeit an verschiedenen Publikationen, allem voran für seinen »Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung«. In diesem Sinne bilden sie Humboldts verborgenes Datenarchiv – den »Hidden Kosmos«.

Die eigenhändigen Manuskripte Humboldts zu den Vorträgen, für deren Erschließung die Nachschriften seiner Zuhörer eine unerlässliche Referenz bilden werden, sollen in einem Folgeprojekt ab Mai 2016 bearbeitet werden.

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Publikationen, Vorträge und weiterführende Literatur

Publikationen und Vorträge (in Auswahl) zum Projekt Hidden Kosmos: Reconstructing A. v. Humboldt’s »Kosmos-Lectures« http://www.culture.hu-berlin.de/hidden-kosmos https://twitter.com/avhkv Humboldt-Universität zu Berlin Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät Institut für Kulturwissenschaft Prof. Dr. Christian Kassung

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