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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Kulturwissenschaft

Vor 1993

An der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin wurde erstmals 1963 das Fach Kulturwissenschaft eingeführt. Für den Diplomstudiengang Kulturwissenschaft in der DDR waren die Theorie und Geschichte der Ästhetik, die Kultur- und Literatursoziologie ebenso profilbildend wie die marxistische Kulturtheorie.

Im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen wurde 1968 die Sektion "Ästhetik und Kulturwissenschaft" gegründet, die sich in die Abteilungen "Kultur - theorie" und "Ästhetik" unterteilte. Daneben gab es eine Abteilung, die der Kulturtheorie und Ästhetik der Massenkommunikation gewidmet war.

Durch Wolfgang Heises Untersuchungen zu Hölderlin und Heine, Karin Hirdinas Forschungen zu historischen Avantgarde-Bewegungen, Renate Reschkes kritische Nietzscherezeption, Irene Döllings Arbeiten zu Genderfragen und Dietrich Mühlbergs kulturgeschichtliche Studien gelang es in den 1980er Jahren, neue Themenfelder und Diskurse zu erschließen, die nicht dogmatischen Deutungsmustern unterworfen waren.

Das wirkte sich 1991, nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung, positiv auf die Evaluierung der beiden Abteilungen für "Ästhetik" und für "Kulturtheorie" aus, die sich zunächst von der Abwicklung bedroht sahen. Dank des Einsatzes renommierter Wissenschaftler aus Ost und West konnte der Berliner Senat zu einer Zurücknahme seines Schließungsbeschlusses bewogen werden.

Die eingesetzte "Personal- und Strukturkommission" attestierte der Berliner Kulturwissenschaft ein disziplinübergreifendes Profil entwickelt zu haben, das das Potential in sich trage, der Zersplitterung der Fächer entgegenzuwirken und den kulturellen Herausforderungen der Moderne bzw. Postmoderne gewachsen zu sein. 

Von dieser der Kulturwissenschaft zugestandenen Innovations- und Integrationskraft profitierte der institutionelle Zuschnitt des Faches Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität, das die Evaluierung – trotz Anpassung an die hochschulgesetzlichen Rahmenbedingungen der BRD – ohne einschneidende strukturelle Veränderungen überstehen konnte. Dabei war es der Struktur- und Berufungskommission unter dem Vorsitz von Friedhelm Krummacher vorbehalten, die Denomination und Neuberufung der Lehrstühle durchzuführen.

Auch wenn die 1990/91 erfolgte Angleichung an die institutionellen Strukturen der bundesdeutschen Universitäten die Umbildung der Sektion für "Ästhetik und Kulturwissenschaft" in den Fachbereich 8 "Kultur- und Kunstwissenschaft" zur Folge hatte, blieben doch die ihr ehemals zugeordneten Lehrstühle, die allesamt neu ausgeschrieben wurden, weitgehend erhalten: so der Lehrstuhl für Ästhetik und Geschichte der Medien, der Lehrstuhl für Geschichte des ästhetischen Denkens und der Lehrstuhl Systematische Ästhetik dem "Seminar für Ästhetik"; der Lehrstuhl für Kulturtheorie, der Lehrstuhl für Kulturgeschichte sowie der Lehrstuhl für Geschlecht und Geschichte dem "Kulturwissenschaftlichen Seminar".