Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Kulturwissenschaft

Projekte

// DFG-geförderte Projekte

Retrodigitalisierung Polytechnisches Journal

Die Digitalisierung des von Johann Gottfried Dingler begründeten »Polytechnischen Journals« (1820–1931) sieht eine Projektlaufzeit von insgesamt vier Jahren vor. Das beispiellose, europaweite Archiv der Technik-, Wissens- und Kulturgeschichte wird in diesem Projekt des Instituts für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin frei im Internet verfügbar gemacht.

http://www.polytechnischesjournal.de/startseite/

 

Technische Medien und Selbstschreibe-Apparate im 19. Jahrhundert

Das Projekt untersucht die Geschichte der Medialität physikalischer Messinstrumente am Beispiel der Selbstschreiber. Ausgehend von der Annahme einer prinzipiellen Identität von physikalischen und spiritistischen Apparaten auf technischer und epistemologischer Ebene werden dabei zwei Leitfragestellungen verfolgt. Erstens: Wann werden technische Geräte unter welchen Umständen wie als Medien diskursiviert? Zweitens: Inwiefern treffen ‚neue‘ spiritistische Apparate immer schon und damit zwangsläufig auf bestehende Medien? Die Geschichte der wissenschaftlichen Objektivität ist ohne eine gleichwertige Berücksichtigung u.a. des metaphysischen, physiologischen, psychologischen Wissens unvollständig, was durch die genaue Rekonstruktion der Selbstschreiber in ihrer essentiellen Hybridität und Fragilität exemplarisch bewiesen werden kann. Zugleich lassen sich strukturelle Parallelen zwischen der komplexen Geschichte der physikalisch-mechanischen Objektivität des 19. Jahrhunderts und den legitimatorischen Diskursen der spiritistischen Medien und Apparate herausarbeiten. Die Rekonstruktion, Analyse und Diskussion der Selbstschreiber ist also v.a. über die Frage nach den Praxen und Strategien von Objektivität mit der Geschichte des Spiritismus verbunden.

http://www.uni-siegen.de/mediaresearch/nichthegemoniale_innovation/projekte_3.html?lang=de

 

Gedankenlesen als Kulturtechnik

Das Projekt verwendet archivbasierte historische Methoden, um die Wechselwirkungen zwischen digitalen Medientechnologien und Kulturtechniken des Gedankenlesens zu untersuchen. Der Zeithorizont erstreckt sich dabei von circa 1880, als sich der Begriff des Gedankenlesens innerhalb der Parapsychologie konstituierte, bis in die 1940er und 1950er Jahre, als Wissenschaftler im Zuge von Kybernetik und Künstlicher Intelligenz begannen, Computerprogramme als "Gedankenlesemaschinen" zu schreiben.

 

// Fellowship an der Kollegforschergruppe MECS der Leuphana Universität Lüneburg

Kulturtechniken der analogen Simulation

Dem Forschungsvorhaben liegt die Idee zugrunde, die Frage nach den Medienkulturen der Computersimulation auf Experimentalsysteme zu übertragen, in denen vor dem Auftreten des Computers als Universalmedium Daten massiv parallel prozessiert wurden. Zentrales Beispiels ist dabei der Windkanal, in dem unterschiedlichste physikalische Modellbildungen simuliert werden. Erforscht werden sollen die Geschichte und Epistemologie v.a. der Anlagen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt auf dem Standort Berlin/Adlershof als Analogcomputer, in denen sich hydrodynamisches Wissen als Schlieren, Nebelzüge oder Windfähnchen materialisiert.
 
Die historischen Vorläufer dieser analogen Simulationsmedien im Sinne einer Empirisierung und Formalisierung des technischen Wissens reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Erste empirische Experimente zur Bestimmung und Optimierung der Form von Wasserrädern wurden durch Christopher Polhem um 1700 und John Smeaton um 1760 durchgeführt. Christopher Polhem (Polhammar) gründete 1697 in Schweden die erste Ingenieursschule, das »Laborium mechanicum« in Stockholm und führte aufwendige Testreihen zur Effizienz von Wasserrädern am Modell durch. John Smeaton erhielt 1759 die Copley Medaille für seine hydromechanischen Untersuchungen von Wasser- und Windmühlen. Er simulierte über knapp sieben Jahre hinweg die Physik von unterschiedlichen Typen von Wasserrädern in einem verkleinerten Modellversuch, an dem er 13 verschiedene Parameter ausmessen konnte. Weitere historische Stationen sind Gustave Eiffels Versuche 1905/06 am Eiffelturm oder die Windkanalversuche der Brüder Wright wenige Jahre zuvor, bis Vanevar Bush am 20. September 1940 keinem geringeren als Norbert Wiener vorschlägt, dessen »differential analyser« zum Design von Flugzeugflügeln und Patronenhülsen zu verwenden.
 
Die grundlegende These des Forschungsvorhabens ist, daß Rechnen und Abbilden innerhalb dieser Simulationen nicht voneinander zu trennen sind, sie finden als gemeinsame Praxis im Experimentalraum des Windkanals statt. Was die weiterführende Frage motiviert, ob und inwiefern in diesen Kulturtechniken der analogen Simulation Dispositive vorgezeichnet sind, die in der digitalen Simulation beispielsweise der Hochenergiephysik wiederbegegnen. Welchen Bildstatus also besitzen die empirischen Evidenzen, die im Windkanal als Form von Selbstschreibungen generiert werden?
 

// Exzellenzinitiative | Förderlinie Freiräume

Hidden Kosmos

Im Wintersemester 1827/28 hielt Alexander von Humboldt an der Berliner Universität und in einem zweiten, teilweise parallel verlaufenden Zyklus an der benachbarten Singakademie Vorträge über »Physische Erdbeschreibung, mit Prolegomenen über Lage, Gestalt und Naturbeschaffenheit der Gestirne«, später als »Kosmos-Vorträge« bezeichnet. Der unbestreitbaren Wichtigkeit der »Kosmos-Vorträge« sowohl für Alexander von Humboldt im Besonderen als auch für die Wissenschafts- und Kulturgeschichte im Allgemeinen steht eine extrem unsichere Quellenlage zu den Vorträgen selbst gegenüber: Von Besuchern der Vorträge angefertigte Nachschriften, die sich erhalten haben, sind zum größten Teil unveröffentlicht; Humboldts eigenhändige Manuskripte, die den Vorträgen zugrunde lagen, sind bislang in keiner Forschungsarbeit eingehend gewürdigt worden. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt »Hidden Kosmos« die Vorlesungen als Forschungsfeld erstmals erschließen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Verfügbarmachung sämtlicher heute bekannter Nachschriften der damaligen Hörer Humboldts.

http://www.culture.hu-berlin.de/ck/forschung/hiddenkosmos

 

Making Things Chatter. Visitor-Centered Narrations of Technical Everyday History

Das Projekt möchte Wissenschaft am Museum durch die Theoriekompetenz der Universität und die Dingforschung in den Geisteswissenschaften durch die Sammlungs- und Gestaltungskompetenz der Museen befördern sowie mit neuen Informations- und Kommunikationstechniken neue Nutzergruppen erschliessen. Über die reine Forschungsleistung hinaus gilt es außerdem, die erarbeiteten Ergebnisse im Museum innovativ zu realisieren und den Dingen einen für die Besucher erlebbaren Kontext zu verleihen.

 

// Einzelprojekte

Kulturwelle

Die »KulturWelle« ist ein Radio-Podcast des Instituts für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit unserem Programm versuchen wir die Kulturwissenschaft aus dem Elfenbeinturm zu holen. Wir möchten, über die Grenzen des universitären Bereichs hinaus, ihre Themenschwerpunkte vorstellen und ihr Erkenntnispotential aufzeigen. Kulturelle Tatsachen zu beschreiben und zu analysieren steht im Zentrum der Sendungen. Darüber hinaus soll es um die Herausbildung eines kritischen Blicks auf Phänomene der Gegenwart gehen. Warum ist die Welt in der wir leben so wie sie ist, wenn sie doch auch anders sein könnte? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Menschenbild und technischen Innovationen? Wie verändern soziale Netzwerke unsere Kommunikation und Interaktion? Was ist alles Kultur?

http://kulturwelle.hu-berlin.de/

 

Digitizing Culture. Wie kommt das Buch ins iPad?

Um herauszufinden, wie ein Buch ins iPad kommt, müssen viele andere Fragen zuvor geklärt werden. Was sind digitale Bibliotheken? Wie findet man elektronische Texte? Warum haben Digitalisate sehr unterschiedliche Qualität? Wie lassen sich wissenschaftliche Arbeitsabläufe kooperativ gestalten? Inwiefern muß die Copyright-Problematik berücksichtigt werden? Wie können sich Universitäten an der Digitalisierung beteiligen? Das Seminar wird diese Fragen beantworten, indem die Teilnehmer selbst Texte digitalisieren und einen praxistauglichen Buchscanner bauen.

https://www.grimm-zentrum.hu-berlin.de/Fotogalerien/lange-nacht-der-wissenschaften-2012

 

// Workshops

KOSMOS Summer University 2012 & 2013

Die KOSMOS Summer University ist ein neues Format der Humboldt- Universität zu Berlin (HU Berlin) bei dem junge ForscherInnen und WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen und Nationen, von Partneruniversitäten wie außeruniversitären Einrichtungen in der Regel für zwei Wochen zusammen kommen, um gemeinsam zu forschen und zu lehren. Dabei wird internationale Spitzenforschung und die Förderung von NachwuchswissenschaftlerInnen mit dem Konzept der »Internationalisation at home« kombiniert. In Anlehnung an die weltberühmten KOSMOS Vorlesungen von Alexander von Humboldt im Jahre 1845, arbeiten bei der KOSMOS Summer University WissenschaftlerInnen der Humboldt-Universität zu Berlin mit internationalen PartnerInnen in lokaler Projektarbeit zusammen.

http://kosmos2012.hu-berlin.de/?lang=de

 

HTW Summer Workshop 2014 & 2015