Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Kulturwissenschaft

Wintersemester 2022/23

Kulturtechniken der Kreativität: Genealogie, Praxis und Kritik

Kreativität gilt als essentielles Vermögen und unabdingbare Ressource, um in den komplexen sozioökonomischen Märkten und (Selbst-)Bildungssystemen des 21. Jahrhunderts bestehen zu können. Allerdings scheint sich die oft mit Nachdruck eingeforderte Kreativität nur selten spontan und ohne äußeres Zutun einzustellen. Vielmehr benötigt zu ihrer Entfaltung erhebliche kulturtechnische Anstrengungen. Kreativität ist, anders gesagt, ohne konkrete Methoden und Techniken der Kreativität nicht denkbar.
Die Vorlesung beschäftigt sich mit dem Themenkomplex Kreativität und Kreativitätsmethodik aus einer kulturhistorischen und -theoretischen Perspektive. Der historische Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert, insbesondere auf den Jahrzehnten von circa 1940 bis 1970. Entsprechend werden Kreativitätsdiskurse und -methoden vor dem Hintergrund von Nachkriegszeit, Kaltem Krieg, Postfordismus sowie der aufkommenden Wissens- und Informationsgesellschaft verortet.
Bitte beachten Sie: Es handelt sich um eine Vorlesung mit Seminaranteil (Vorlesungs- und Seminarsitzungen wechseln sich wöchentlich ab). Die Veranstaltung beginnt am 20.10.22.

Vorlesung mit Gesprächsanteil Do 10-12 wöch.

Agnes-Nr.: 532814

Literaturempfehlungen:
Loacker, Bernadette: Kreativ prekär. Künstlerische Arbeit und Subjektivität im Postfordismus. Bielefeld: Transcript 2010.
Mareis, Claudia (Hg.): Designing Thinking. Angewandte Imagination und Kreativität um 1960. München: Fink Verlag 2016.
Mareis, Claudia: Brainstorming Revisited: On Instrumental Creativity and Human Productivity in the Mid-Twentieth Century. In: Cultural Politics, Vol. 16, Nr. 1, 2020, 50–69.
Rauning, Gerald et al.: Kritik der Kreativität. Wien: transversal texts 2016
Reckwitz, Andreas: Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. Frankfurt a. Main: Suhrkamp 2012.
Timon; Metelmann, Jörg (Hg.): Der Kreativitätskomplex. Ein Vademecum der Gegenwartsgesellschaft. Bielefeld: Transcript 2018.

Prüfung:
Mündliche Prüfung, Hausarbeit, multimediale Präsentation

 

Object Lessons: Eine Einführung in die materielle Kultur- und Dingforschung

Von Gebrauchsgegenständen zu Luxusgütern, von Ausstellungsstücken zu Wegwerfobjekten: Wir sind in unserem Alltag nicht nur von unzähligen Dingen umgeben, vielmehr sind diese Dinge auch Teil von komplexen soziomateriellen Zusammenhängen, bestehend aus vielfältigen kulturellen Herstellungs- und Gebrauchsweisen, Bedeutungszusammenhängen und Interpretationsangeboten. Dinge erzeugen Spuren und Bedeutung, sie ermöglichen Handlung oder verschließen Zukünfte.
Dieses Seminar gibt eine Einführung in die materielle Kultur- und Dingforschung. Vorgestellt werden ausgewählte Theorien, Konzepte und Kritiken, die sich mit der Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigen. Obwohl kulturwissenschaftlich ausgerichtet, erlaubt das Seminar auch Einblicke in die Technik- und Wissenschaftsforschung, die Konsum- und Designgeschichte oder die Ethnographie. Darüber hinaus werden auch methodische Aspekte und Herangehensweisen erläutert, die sich rund um Dinge als kulturwissenschaftliche Untersuchungsgegenstände ergeben. Die Veranstaltung beginnt am 19.10.22.

SE Mi 12-14 Uhr wöch. GEO47, 0.10

Agnes-Nr.: 532823

Literatur:
Hahn, Hans Peter (Hg.). 2015. Vom Eigensinn der Dinge: für eine neue Perspektive auf die Welt des Materiellen.

Prüfung:
Klausur

 

Forschungskolloquium

Das Forschungscolloquium richtet sich an Bachelor- und Masterstudierende in der Abschlussphase sowie an Doktorand*innen. Das Colloquium dient einerseits dazu methodische und inhaltliche Fragen zu besprechen, die sich im Verlauf der BA-/MA-Thesis und der Doktorarbeit ergeben, andererseits werden Frage- und Problemstellungen rund um die Thematik Gestaltung, Design und Wissensgeschichte gemeinsam erörtert und unterschiedliche Präsentationsformen erprobt. Veranstaltungssprachen sind deutsch und englisch. Die erste Sitzung findet am 31.10.22 statt.

Um eine Anmeldung zum Forschungscolloquium wird gebeten: michaela.buesse@hu-berlin.de

Besonderes: Es findet einmal pro Semester zusätzlich ein ganztägiges Colloquium speziell für Doktorand:innen statt (Datum nach Absprache).

CO Mo 16-18 Uhr 14tgl. GEO47, 4.05

Agnes-Nr.: 532862